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Zeitreisen

Bewegtes zwischen Rhein und Neckar

Serie

  • Erstausstrahlung:
  • Länge: 30 Minuten
  • Regie: Ulrike Steinweh

Produktion

  • Eikon Südwest GmbH
  • Produktionsjahr: 2008
  • Produzent: Christian Drewing

Kontakt

  • Christian Drewing
  • EIKON Media GmbH
    Niederlassung Stuttgart
    Talstrasse 41
    70188 Stuttgart
  • Tel. 0711-2483455
  • drewing@eikon-film.de

Eine Produktion der EIKON Südwest im Auftrag des SWR

Hier fuhr auch Bertha Benz vorbei. In Ilvesheim, Wiesloch und Bruchsal. Auf der ersten Fernfahrt der Welt, vor mehr als hundertzwanzig Jahren. Eine Heldentat! Sie wollte der Erfindung ihres Mannes Carl Benz zum Durchbruch verhelfen und machte sich heimlich mit ihren beiden Söhnen auf die abenteuerliche Reise von Mannheim nach Pforzheim. Mit dem dreirädrigen Benz-Patent-Motorwagen „Modell 3“.

Ilvesheim, nahe Mannheim, liegt heute auf einer Insel, gebildet durch die alte Neckarschleife und den neuen Neckarkanal. Auf dem Kanal fahren die Schlepper, der alte Neckar ist naturbelassen und ein einzigartiges Biotop. Früher standen in Ilvesheim vierzig Pferde, hier wurde getreidelt. Die sogenannten Halfreiter zogen mit ihrem Pferd die Schiffe flussaufwärts, gegen den Strom, flussabwärts trieben die Schiffe mit der Strömung. Mit der Strömung auf dem alten Neckar treiben heute nur noch Schwäne, Gänse und gelegentlich ein Paddelboot. Eine Idylle.
In Wiesloch hat Bertha Benz getankt. Bertha Benz ging nämlich mitten auf ihrer Pionierfahrt das Benzin aus. Was tun? Es gab natürlich keine Tankstellen. Das nötige Ligroin, ein Waschbenzin, kaufte sie in der Stadt-Apotheke in Wiesloch. Heute ist Wiesloch ein Wallfahrtsort für Oldtimer-Freunde und Mittelpunkt der jährlichen „Bertha-Benz-Fahrt“.
Es müssen nicht immer Autos sein, auch Eisenbahnfans kommen in Wiesloch auf ihre Kosten. Im Feldbahn- und Industriemuseum findet sich alles, was das - meist männliche - Herz erfreut. Einen historischen Feldbahnlokschuppen, große und kleine Loks, sowie alles erdenkliche Zubehör, vom großen Bagger bis zum kleinsten Schraubenschlüssel.
Von Bruchsal fuhr Bertha Benz weiter über Karlsruhe bis nach Pforzheim. Die Bruchsaler sind inzwischen aufs Zweirad gekommen und bieten Radfahrern eine erlebnisreiche Tour von Bruchsal nach Speyer. Die „Schönborn-Route“ - auf den Spuren von Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn. Von Schönborns prächtigem Barockschloss Bruchsal über die Eremitage Waghäusel bis nach Rheinhausen. Dort steht das älteste badische Postgebäude: Errichtet von Franz von Taxis auf Wunsch von Kaiser Maximilian I. Für eine Postverbindung von seiner Residenz in Innsbruck zu seinem Sohn Philipp in den Niederlanden. Der Bürgermeister von Speyer wollte keine fremden Postreiter durch die Stadt und über den Rhein lassen. So bekam Rheinhausen die Ehre und eine Poststation von europäischer Bedeutung. Für den Postweg von Rom nach Brüssel, von Wien nach Paris. Nach dem Besuch des Postmuseums im Originalgebäude können Radfahrer wie Fußgänger heute noch in Rheinhausen mit der Fähre Neptun übersetzen. Vom Badischen ins Pfälzische, nach Speyer.

  • RegieUlrike Steinweh
  • ProduzentChristian Drewing