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Libyens Wüstenwasser

Dokumentation

  • Erstausstrahlung:
  • Länge: 45 Minuten
  • Regie: Jens Dücker

Produktion

  • Eikon Südwest GmbH
  • Produktionsjahr: 2005
  • Produzent: Christian Drewing

Kontakt

  • Christian Drewing
  • EIKON Media GmbH
    Niederlassung Stuttgart
    Talstrasse 41
    70188 Stuttgart
  • Tel. 0711-2483455
  • drewing@eikon-film.de

Eine Produktion der Eikon Südwest im Auftrag von ZDF/Arte.

Der Wüstenstaat Libyen versucht seine Wasserreserven zu erschließen.
Gigantische Mengen an Wasser, die unterhalb des Grundwassers von Oasen
lagern, sollen in riesigen Pipelines und künstlichen Flüssen durch das ganze
Land geleitet werden und die Wüste in fruchtbares Land verwandeln. Das
ehrgeizige Ziel des Landes besteht darin, unabhängig von
Nahrungsmitteleinfuhren zu werden und Afrika mit landwirtschaftlichen
Produkten zu versorgen.

Libyen besteht zu 95 Prozent aus Wüste. Im Süden der Sahara regnet es so gut
wie nie, statistisch gesehen alle 25 Jahre. Inmitten dieses extrem trockenen
Klimas liegt die legendäre Oase Kufra. Hier werden seit Jahrtausenden Äcker
bestellt und Schafe gezüchtet, denn hier gab es schon immer Grundwasser. Vor
zwei Jahrzehnten wurde auf der Suche nach Öl entdeckt, dass tief unter dem
Oasengrundwasser ungeheure Mengen an Wasser lagern, die noch aus der Zeit
stammen, als in Europa Eiszeit herrschte und die Sahara ein feuchtes grünes
Land war. Die Wasserreserven im unterirdischen Kufra-Becken entsprechen der
Wassermenge, die in 220 Jahren den Nil hinunter fließt. Libyens Staatschef
Muammar al-Gaddhafi rief das "Great Man Made River Project" ins Leben. Der
große von Menschen gemachte Fluss soll Wasser auf Jahrhunderte für Libyen
sichern. Seit 1984 baut der Wüstenstaat Tausende Kilometer riesige
Wasserpipelines durch die Sahara. Der bisher verbrauchte Zement für die
Pipelines hätte für eine Autobahn von Tripolis bis Indien gereicht; allein
die östliche Wasserpipeline ist 1.895 km lang. Das gigantische Projekt ist
auch ein Arbeits-, Bildungs- und Infrastrukturprogramm für Libyen. Wenn die
Wasserleitung fertig ist, soll Ackerbau im großen Stil betrieben werden.
Getreideanbau ist nicht nur geplant, um sich von Nahrungsmittelimporten
unabhängig zu machen, sondern Libyen will Agrar-Exportnation werden. Das
Wüstenwasser ist zu einem staatlichen Grundpfeiler geworden und ein Denkmal
für den Staatschef. Die Frage westlicher Kritiker bleibt jedoch bestehen:
Wäre eine Meerwasseraufbereitung an der Küste nicht nachhaltiger und
letztlich auch billiger gewesen als dieses riesige Unternehmen?

  • RegieJens Dücker
  • AutorJens Dücker
  • KameraAndreas Schäfauer
  • SchnittKatrin Dücker
  • SprecherHenrik van Ypsilon, Joachim Jung
  • Musik/KompositionAndreas Dicke
  • TonJens Schmelzle
  • ProduktionsleitungMette Gunnar
  • ProduzentChristian Drewing
  • RedaktionLinde Dehner (ZDF/ARTE)