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Im Südschwarzwald ab St. Blasien

Ein Genuss-Hoch

Serie

  • Erstausstrahlung:
  • Länge: 30 Minuten
  • Regie: Alexander Ewerhardt

Produktion

  • Eikon Südwest GmbH
  • Produktionsjahr: 2010
  • Produzent: Christian Drewing

Kontakt

  • Christian Drewing
  • EIKON Media GmbH
    Niederlassung Stuttgart
    Talstrasse 41
    70188 Stuttgart
  • Tel. 0711-2483455
  • drewing@eikon-film.de

Eine Produktion der EIKON Südwest im Auftrag des SWR

Der Schluchtensteig, ein Wanderweg im Südschwarzwald, ist kaum drei Jahre alt. Und schon hat er seinen ersten Rekord: 26 Stunden und 45 Minuten brauchte ein Todtmooser, um die 118 km lange Strecke zu schaffen. Der Schluchtensteig verläuft von Stühlingen durch die Wutachschlucht nach Lenzkirch zum Schluchsee, passiert den Dom in St. Blasien, überquert die sanften Hochflächen von Dachsberg und Ibach und windet sich von Todtmoos durch das Wehratal dem Ziel in Wehr entgegen. 6 Tages-Etappen mit Längen von 18 bis 22 km führen auf der wunderschönen Strecke durch den Schwarzwald ans Ziel.

Die Streckenabschnitte sind auch einzeln gewandert ein Erlebnis. So sind beispielsweise die letzten beiden Etappen, von St. Blasien bis Todtmoos und von Todtmoos bis Wehr, landschaftlich sehr abwechslungsreich.
St.Blasien
In St. Blasien bleibt die Geschichte lebendig und jung. Rund um den Dom spielt sich fast alles Leben des kleinen Örtchens ab. Freitags gibt es auf dem Domplatz den Wochenmarkt und jeden Tag umschwirren ihn nicht nur Touristengruppen, sondern auch Schüler. Kein Wunder, denn in den Klosteranlagen um den Dom herum befindet sich ein Gymnasium: Das Jesuiten-Kolleg. Hier ging auch schon Heiner Geißler zur Schule.Keine 500 Meter Luftlinie entfernt liegt die Klinik St. Blasien. Einen Hauch der Zeiten von Thomas Manns „Zauberberg“ ist in den Räumen der Klinik noch heute spürbar. In den historischen Gebäuden werden heute mit modernsten Methoden Lungen- und Schlafkrankheiten behandelt und Rehabilitationsverfahren angewendet. St. Blasien ist ein Ort zur seelischen- und körperlichen Genesung.
Das Ibachtal
Das Ibachtal, eine idyllische Hochebene mit Alpenblick - bei guter Witterung. Der Feldberggletscher ist vor tausenden von Jahren hier durch gezogen und hat dabei dem Tal seine Form gegeben. Heute finden sich hier Naturwiesen mit seltenen Arnika und Knabenkraut, eine Orchideenart.
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet hier fast eine technische Revolution gestartet wurde? In Unteribach entwickelte Hans Albietz das erste Batteriebetriebene Serienauto Deutschlands, und es wurde hier in der Umgebung produziert - bis 1995. Es war seiner Zeit schlicht zu weit voraus.
Todtmoss
Ab der Hohwehraschlucht führt der Schluchtensteig bis Todtmoos fast nur noch durch den Wald. Nach der Wehraquelle schlängeln sich die Wege mal links, mal rechts des Bächleins, das über kleine Holzbrücken mehrmals überquert wird. Eine verwunschene, fast märchenhafte Bergab-Etappe.
In Todtmoos gibt es das ganze Jahr über Lebkuchen, das so genannte Pilgerbrot. Etwa vor 100 Jahren wurde dieser Brauch eingeführt. Lebkuchen hat einen besseren Brennwert als Brot und verdirbt auch nicht so schnell - Ideal zum Essen unterwegs, ideal zum Wandern und Wallfahren also.
Zur Todtmooser Marienkirche kommen das ganze Jahr über Wallfahrer, meist aus der Region, aber einmal pro Jahr sogar aus der Schweiz, aus Hornussen, rund 45 km entfernt. Alle Wallfahrtstermine erfahren Interessierte beim Pfarrbüro in Todtmoos.
Wehr
Anne-Sophie Mutter kommt aus Wehr, und sie ist Schirmherrin einer Preisverleihung für geistig behinderte Künstler. Ihr Partner, Lothar Späth, ist Stiftungsvater und Namensgeber für diesen Förderpreis, der einmal im Jahr verliehen wird. Doch das wirklich Besondere an der Verleihung ist EMO, Event Management Organisation. So heißt die Schülerfirma, die die Preisverleihung komplett organisiert. Alle Mitarbeiter sind engagierte Schüler der Realschule Wehr.
Wehr ist eine industriell geprägte Stadt. Strukturwandel bestimmte hier über die Jahrhunderte die Wirtschaft. Zuerst gab es Holz und Glas, dann kamen Eisenverarbeitung und Textilindustrie. Heute ist davon noch ein großer Textilkomplex übrig, die Brennet-AG. Sie hat ein Haus als Textilmuseum eingerichtet.
Eine Burgruine thront auf einem Hügel, nahe dem Stadtzentrum, und zeugt vom alten Adelsgeschlecht der Freiherren von Schönau-Wehr, in deren Besitz diese Ruine heute noch ist. 
Wer genau darauf achtet, findet schon entlang der letzten Etappen des Schluchtensteigs immer wieder runde Leuchten - am Wegesrand, als Terrassenbeleuchtung, neben Garageneinfahrten oder auf Grünflächen in Wehr. Diese Designerleuchten werden auch in Wehr hergestellt und halten fast so viel aus, wie das Todtmooser Pilgerbrot. Vielleicht werden die leuchtenden Kugeln bald zu einer Art Erkennungszeichen für Wehr?

  • RegieAlexander Ewerhardt
  • ProduzentChristian Drewing